
SIG ENewsletter 11-05 / 27. Dezember 2005
Revisionistische Äusserungen des iranischen Präsidenten - der SIG und die PJLGS intervenierten wiederholt bei Bundesrätin Micheline Calmy-Rey
Das Urteil in Lugano wurde gesprochen - der SIG und die PJLGS reagieren mit Unverständnis
Die Schweizer Juden begrüssen die Übereinkunft für die Schaffung des Roten Kristalls
Jüdisch-Islamische Gesprächsgruppe tagte in Bern
Die Geschäftsleitung SIG traf eine Delegation des Vorstandes der Grünen Partei in Bern
Revisionistische Äusserungen des iranischen Präsidenten - der SIG und die PJLGS intervenierten bei Bundesrätin Micheline Calmy-Rey und informierten die Öffentlichkeit
Der Iranische Staatspräsident Mahmud Ahmadinejad hat auch diesen Monat wieder in verbalen Attacken Israel und die Juden in aller Welt angegriffen und verunglimpft. Prof. Alfred Donath, Präsident SIG, und Nicole Poëll, Ko-Präsidentin der PJLGS wandten sich daraufhin direkt an Bundesrätin Micheline Calmy-Rey und forderten diese auf, die nötigen Konsequenzen zu ziehen.
Nach weiteren Äusserungen aus Teheran wandten sich die beiden Organisationen über die Medien an die Schweizer Öffentlichkeit.
Die Schweizerische Depeschenagentur schrieb in ihrer Meldung: "Mit äusserster Entschiedenheit verurteilt der Schweizerische Israelitische Gemeindebund SIG die Aussage des Iranischen Präsidenten, der Holocaust sei ein Mythos. Es sei unerträglich, dass der Präsident eines UNO-Mitglieds dermassen abstossende Aussagen von sich geben könne. Die Äusserungen von Ahmadinejad verunglimpften die Erinnerung an alle Menschen, die ihre Zugehörigkeit zum jüdischen Volk mit dem Tod bezahlt haben. Die Affäre um den Iranischen Präsidenten müsse jetzt vom Bundesrat vor die UNO gebracht werden."
Das Urteil in Lugano wurde gesprochen - der SIG und die PJLGS reagieren mit Unverständnis
Am Morgen nach der Urteilsverkündung beim Prozess gegen den Brandstifter der Synagoge in Lugano, reagierten SIG und PJLGS gegenüber den Schweizer Medien:
Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund SIG und die Plattform der Jüdischen Liberalen Gemeinden der Schweiz hat das gestern Abend verkündete Urteil gegen den Synagogen-Brandstifter in Lugano zur Kenntnis genommen.
Er teilt die an der Urteilsverkündung von der Gerichtspräsidentin geäusserte Beunruhigung, "dass gerade jüdische Symbole den Brandstiftungen zum Opfer fielen". Allerdings ist es für den SIG und die PJLGS unverständlich, dass eine sorgfältig geplante Tat, die sich ausschliesslich gegen jüdische Einrichtungen richtete, nicht als antisemitisch qualifiziert wird.
Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund SIG hat bereits im April 2005 in einem Brief an Rosa Item, die Generalstaatsanwältin des Kantons Tessin, darauf aufmerksam gemacht, dass es sich bei der Auswahl der Anschlagsobjekte kaum um einen Zufall handelte.
Das schnelle Ausschliessen oder Herunterspielen antisemitischer Motive - wie es auch in der Vergangenheit schon der Fall war - trägt nicht zur Diskussion der Problematik bei und unterstützt eher die Kräfte, welche Antisemitismus und Rassismus in der Schweiz negieren wollen.
Die Schweizer Juden begrüssen die Übereinkunft für die Schaffung des Roten Kristalls.
Kurz nach Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses an der Tagung in Genf, versandten der SIG und die PJLGS folgende Meldung an die Schweizer Medien:
Die an der heutigen diplomatischen Konferenz der 192 Rotkreuz Vertragsstaaten verabschiedete Übereinkunft über die Einführung des Roten Kristalls als neuem Emblem des Roten Kreuzes, wird von den Schweizer Juden, vertreten durch den Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund SIG und die Plattform der Jüdischen Liberalen Gemeinden der Schweiz, positiv aufgenommen und begrüsst.
Dieser Entscheid der Vertragsstaaten macht den Weg für eine volle Mitgliedschaft der Israelischen Hilfsgesellschaft "Magen David Adom " im Internationalen Komitee vom Roten Kreuz IKRK endlich frei. Damit wird eine über 50 Jahre alte Ungerechtigkeit aus der Welt geschafft.
Der SIG und die PJLGS hoffen, dass damit auch ein weiterer Schritt der Annäherung zwischen Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde durch die humanitäre Arbeit beider Rotkreuz Hilfsgesellschaften getan wurde.
Der Dank der Schweizer Juden geht an Bundesrätin Micheline Calmy-Rey, die mit ihrem Einsatz massgeblich zum Erfolg der Verhandlungen beigetragen hat.
Jüdisch-Islamische Gesprächsgruppe tagte in Bern
Die zweite Sitzung dieser Arbeitsgruppe fand am 8. Dezember in Bern statt. Ziele und Arbeitsweise wurden definiert. Eines der Ziele ist das Gemeinsame der beiden Religionen hervorzuheben und einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Auf Anregung von Rabbiner Marc Guedj, der ein aussergewöhnlicher Kenner des Islams ist, wurde beschlossen, einen Imam in die Gruppe zu wählen.
Die Geschäftsleitung SIG traf eine Delegation des Vorstandes der Grünen Partei in Bern
Im Rahmen ihrer regelmässigen Gespräche mit den politischen Parteien in Bern, trafen sich Delegationen der Grünen Partei und der Geschäftsleitung SIG zu einem Meinungsaustausch. Im Vordergrund stand der Konflikt im Nahen Osten, vor allem das von den grünen unterschriebene Moratorium zum Kauf von Rüstungsgütern in Israel . Der SIG brachte klar zum Ausdruck, dass den Schweizer Juden die Haltung, resp. die klar pro-palästinensische Einstellung einiger Exponenten der Grünen, Schwierigkeiten bereitet. Unter anderem wurde auch die Frage diskutiert, wieso der Nahe Osten politisch anders gewichtet wird wie die Lage in Kosovo, Tschetschenien oder Darfur. Die Delegation der Geschäftsleitung SIG machte klar, dass eine ausgewogene Gewichtung und Haltung für die Juden in der Schweiz wichtig sind, da eine verzerrte Wahrnehmung auch zu verstärktem Antisemitismus in der Schweiz führen kann.
Weiter wurden die Vertreterinnen und Vertreter der grünen Partei über die Aktivitäten des SIG, resp. der AKdH in Sachen Prävention und Information in Sachen Rechtsextremismus und Sicherheit in der Schweiz informiert, vor allem auch über das Internet-Streetworking der AKdH. Das Treffen wurde von beiden Seiten als äusserst wertvoll bezeichnet und es wurde beschlossen, diese Gespräch 1- bis 2-mal pro Jahr zu wiederholen.
Die Geschäftsleitung und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des SIG wünschen Ihnen Chanukkah sameach!
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