
SIG ENewsletter 3-05 / 31. März 2005
Brandanschlag auf die Synagoge Lugano
Eröffnung des neuen Museums in Yad Vashem
Der SIG im Gespräch mit dem Tachles Verlag
SIG und VSJF nehmen zum Asylgesetz Stellung
Purimparty des SIG in Zürich
Mit JELED.net den Seder vorbereiten
Pfingsttreffen des SIG für die Jugend
Treffen der Delegationen SIG und PJLGS
Delegiertenversammlung des SIG in Basel
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Brandanschlag auf die Synagoge in Lugano
Die feigen Brandanschläge auf die Synagoge und ein jüdischen Geschäft in Lugano haben alle Schweizer Juden sehr schockiert. Bereits bei der Bekanntwerdung reagierten der SIG Präsident, Prof. Alfred Donath, sowie der Sprecher Thomas Lyssy bei den Presseagenturen, verschiedenen Radiostationen sowie den wichtigsten Tageszeitungen mit kurzen Stellungnahmen, welche zwar die Tat klar verurteilten, aber keine Schuldzuweisungen beinhalteten, da der Hintergrund der Taten nicht bekannt waren.
In einem gemeinsamen Communiqué hielten der SIG und die Plattform der Jüdischen Liberalen Gemeinden der Schweiz (PJLGS) folgendes fest:
Brandanschläge auf eine Synagoge und ein jüdisches Geschäft sind schwerwiegende Akte, welche schmerzliche Erinnerungen hervorrufen. Die jüdische Gemeinschaft der Schweiz ist schockiert und entsetzt über diese Taten. Die zahlreichen Sympathiebekundungen der Bundesbehörden, der Religionsgemeinschaften, der befreundeten Organisationen und von Privatpersonen zeugen von ihrer Anteilnahme und Entrüstung über diese Anschläge. Auch der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) und die Plattform der jüdischen liberalen Gemeinden der Schweiz (PJLGS) versichern der Jüdischen Gemeinde Lugano ihre Solidarität. Gewaltakte gegen Gotteshäuser sind ein Angriff auf unsere Zivilgesellschaft. Der SIG und die PJLGS sind überzeugt, dass die Behörden alles unternehmen werden, um die Täterschaft zu eruieren.
Am der Kundgebung gegen den Antisemitismus, welche am Donnerstag, 17. März in Lugano stattfand, nahmen der SIG Präsident Prof. Alfred Donath und der Generalsekretär Dennis L. Rhein teil. Neben dem Bischof von Lugano, Pier Giacomo Grampa, dem Staatsrat Luigi Pedrazzini und dem Vizestadtpräsident von Lugano Erasmo Pelli, ergriff auch der SIG Präsident das Wort.
Eröffnung des neuen Museums in Yad Vashem
Umrahmt von einem beispiellosen Aufmarsch an politischer Prominenz aus aller Welt, mit Uno-Generalsekretär Kofi Annan an der Spitze wurde am Dienstagnachmittag in Jerusalem das neue Holocaust-Museum der Gedenkstätte Yad Vashem eingeweiht. Mit einer Gesamtfläche von 4200 Quadratmetern ist das in einer zehnjährigen Planungs- und Bauzeit entstandene Gebäude nicht nur viermal grösser als das bisherige Museum, sondern nach Ansicht des Yad-Vashem-Direktors Avner Shalev, der gleichzeitig auch Chefkurator des Museums ist, weltweit die grösste Stätte dieser Art.
Der schweizerische Bundespräsident Samuel Schmid, der auf Einladung der Organisatoren an den Feierlichkeiten teilnahm, nannte vor der Eröffnung als Hauptgründe für seine Anwesenheit in Jerusalem das Gedenken an die Opfer und die Pflicht der Schweiz, mit dazu beizutragen, dass Verbrechen wie der Holocaust nie wieder geschehen könnten.
Vom SIG waren in Jerusalem der Vizepräsident Dr. Josef Bollag und GL-Mitglied Daniel A. Rothschild dabei, beides auch Vorstandsmitglieder der Schweizer Freunde von Yad Vashem. Ebenfalls anwesend war der Präsident der Schweizer Freunde von Yad Vashem und ehemalige SIG Präsident Dr. Rolf Bloch.
Gemäss Dr. Josef Bollag war das Panel am nächsten Morgen nach den Feierlichkeiten, an welchem nochmals die ganze Prominenz teilnahm, ein Meilenstein in der Geschichte der Aufarbeitung des Holocaust und auch der unmittelbaren Vergangenheit.
In den Statements wurde unter anderem betont, dass die Shoah als einmaliges Ereignis in der Geschichte der Menschheit zu werten und es Aufgabe der Staaten sei, die Erinnerung daran wach zu halten. Ebenso sei es Sache der Regierungen den Antisemitismus zu bekämpfen. Es war eine offensichtliche Abwendung von der bisherigen Haltung der meisten EU Staaten zu den Fragen der Bewältigung der Shoah und der Bekämpfung des Antisemitismus zu erkennen.
Der SIG im Gespräch mit dem Tachles Verlag
Nach vielen Unstimmigkeiten über die Berichterstattung von Tachles über den SIG hat sich in Zürich eine Delegation der Geschäftsleitung mit dem Tachles Verleger René Braginsky zu einer Aussprache getroffen. Diese fand in einer offenen Atmosphäre statt und es ergab sich die Gelegenheit die gegenseitigen Positionen zu diskutieren.
SIG und VSJF nehmen zum Asylgesetz Stellung
Die drei Landeskirchen und der Schweizerische Israelitische Gemeindebund SIG haben die Mitglieder des Ständerates aufgerufen, das Asylrecht nicht noch weiter zu verschärfen.
Folgende Anliegen sind zentral:
Humanitäre Aufnahme
Ein Ersatz der «Humanitären Aufnahme» durch die «Vorläufige Aufnahme» bedeutet vom Konzept her, dass die Aufnahme von Flüchtlingen aus dem aysl- in den ausländerrechtlichen Bereich verschoben wird, was einem breiten Flüchtlingsverständnis widerspricht und die Schweiz in eine Isolation innerhalb Europas führt.
Entzug oder Einschränkung der Nothilfe
Nothilfe kann nicht gekürzt oder verweigert werden, ohne die verfassungsmässigen Grundrechte zu verletzen. Gemäss Art. 12 der Schweizerischen Bundesverfassung hat jeder Mensch in einer Notlage Anrecht auf Hilfe.
Ausdehnung des Sozialhilfeausschlusses auf alle abgewiesenen Personen
Die drei Landeskirchen und der Schweizerische Israelitische Gemeindebund rufen die Mitglieder des Ständerates auf, den Sozialhilfeausschluss nicht einfach auf alle abgewiesenen Asylsuchenden auszudehnen, sondern mittels Beratung und Wiedereingliederungshilfe Anreize für eine freiwillige Rückkehr zu schaffen.
Nichteintretensentscheid bei Papierlosigkeit
Das Schweizer Asylrecht darf nicht so ausgestaltet werden, dass tatsächlich Verfolgte, wenn sie keine Papiere vorweisen können, von einem Verfahren ausgeschlossen werden. Denn gerade wer verfolgt wird, kann oft nicht innerhalb von 48 Stunden nach der Gesuchsstellung Reisepapiere vorlegen.
Im gleichen Sinn äusserte sich auch die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH, bei der die Schweizer Juden durch den VSJF vertreten sind. Ausserdem wurde der SIG Präsident, Prof. Alfred Donath, von verschiedenen Tageszeitungen und dem Radio befragt.
Purimparty in Zürich
Am Purimabend organisierte der SIG unter der Leitung von Michi Benjamin und Jacob Bollag eine Purimparty in Zürich, welche ein voller Erfolg war. Über 170 jüdische Jugendliche nahmen daran teil, darunter eine mehr als 60 Personen zählende Gruppe aus Deutschland.
Mit JELED.net den Seder vorbereiten
Schon bald ist wieder Pessach und die Vorbereitungen für den Seder sind in vollem Gang. Für Familien bietet JELED.net Spiele, Quize und Ausmalblätter für Kinder sowie Hintergrundinfos zu Pessach für die Eltern. Besuchen Sie JELED.NET, die Internet-Seite des SIG für jüdische Erziehung.
Pfingsttreffen des SIG für die Jugend
Auch dieses Jahr findet das traditionelle Pfingsttreffen des SIG statt. Jugendliche ab 15 Jahren sind herzlich eingeladen, mit uns zwei unvergessliche Tage zu verbringen.
Das Programm ist abwechslungsreich gestaltet. Ein Teil des Treffens findet in Basel statt, wo wir auch übernachten werden. Neben den Aktivitäten in der Region Basel werden die Jugendlichen viel Fun und Action in einem speziellen Freizeitpark erleben.
Weitere Informationen folgen unter www.swissjews.org und an dieser Stelle.
Treffen der Delegationen SIG und PJLGS
Am 14. März trafen sich die Delegationen der Plattform der Jüdischen Liberalen Gemeinden und des SIG zu einer ihrer regelmässigen Besprechungen. In einer sehr angenehmen und offenen Atmosphäre wurden unter anderem die Aktivitäten von "Media Watch" sowie die Resolution des SIG zur Israelreise von Bundesrätin Micheline Calmy-Rey diskutiert.
100. Delegiertenversammlung des SIG in Basel
Am Mittwoch, 4. Mai 2005 um 19.30 Uhr wird die 100. Delegiertenversammlung des SIG in der grossen Synagoge der Israelitischen Gemeinde Basel feierlich eröffnet. Als Gastreferent wird Prof. Dr. Georg Kreis, Präsident der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus EKR, zum Thema “Im Widerstand gegen Rassismus und Antisemitismus. Eine Bilanz nach 10 Jahren“ sprechen.
Besucherkarten für die DV erhalten Sie beim SIG Sekretariat oder bei Ihrer Gemeinde.
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