SIG ENewsletter 9-05 / 20. September 2005

Der SIG zur Flutkatastrophe in der Schweiz
Umweltkatastrophe in New Orleans - der SIG schreibt dem US Präsidenten George Bush
Die "Gemeindeberichte" wurden dem CC vorgestellt
SIG und VSJF wenden sich gegen die Revision des Asylgesetzes - «Haben wir aus der Vergangenheit nichts gelernt?»
Europäischer Tag der jüdischen Kultur mit Schweizer Beteiligung
Ordentliche Sitzung SIG - PJLGS
Die jüdisch-islamische Gesprächsgruppe traf sich in Bern
Media Watch - erste Auswertungen Radio und TV
WM-Qualifikationsmatch Schweiz - Israel in Basel - SIG über Ausschreitungen empört


Der SIG zur Flutkatastrophe in der Schweiz - Betroffen und solidarisch
Am 25. August hat der SIG folgende Mitteilung den Schweizer Medien zukommen lassen:

Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund SIG ist bestürzt über das Ausmass der furchtbaren Flutkatastrophe, die in vielen Teilen unseres Landes enorme Schäden angerichtet und viel Leid verursacht hat. Der SIG bekundet seine Solidarität mit der vom Hochwasser betroffenen Bevölkerung und spricht den Hinterbliebenen der Todesopfer, die in den Fluten ihr Leben lassen mussten, sein herzliches Beileid aus. Der SIG liess der Glückskette eine Spende zukommen.


Umweltkatastrophe in New Orleans - der SIG schreibt dem US Präsidenten George W. Bush
Unter dem Eindruck der furchtbaren Umweltkatastrophe in New Orleans hat der SIG dem US Präsidenten, George W. Bush, in einem Brief das Mitgefühl des SIG übermittelt:

Your Excellency,

After the flood in the central part of Switzerland, the United States of America have been hit by a disaster of quite another magnitude than the one we suffered here. It shows how weak and defenseless mankind is when having to face the outbreak of natural elements.

The Swiss Federation of Jewish Communities (SFJC) is shocked by the magnitude of the damages and the destruction of cities in Louisiana and Mississippi , but is particularly distressed by the number of human victims who lost their lives or got severely injured. The SFJC presents its deepest compassion to the United States and especially to all those who mourn the death of their beloved ones.


Die Gemeindeberichte wurden dem CC vorgestellt
Angeregte Diskussion im CC über die inhaltliche Zukunft des SIG und die Bedürfnisse der Gemeinden

Wir haben Sie an dieser Stelle bereits über die Besuche von GL-Mitglied Daniel A. Rothschild und Generalsekretär Dennis L. Rhein bei allen 18 SIG-Mitgliedgemeinden informiert, die Ende letzten und Anfang dieses Jahres durchgeführt wurden. Die Berichte über diese Gespräche mit den Vorständen der Gemeinden wurden an der letzten Sitzung des Centralcomités von Daniel A. Rothschild und Sabine Simkhovitch-Dreyfus präsentiert und von den Mitgliedern des CC ausführlich diskutiert. Es liessen sich dabei interessante Anhaltspunkte in Bezug auf die

Erwartungen der einzelnen Gemeinden an den SIG, sowie ihre Bedürfnisse herauslesen. Während die Meinungen zu den Aufgaben des SIG in politischen Belangen weitgehend in die gleiche Richtung gingen, ist die Situation in Sachen jüdische Identität differenzierter. So konnte festgestellt werden, dass es Mitgliedgemeinden gibt, welche diese Aufgaben ausschliesslich bei den Gemeinden sehen, andere hingegen haben sehr wohl Erwartungen an den SIG als Dachverband. Die Geschäftsleitung wird den Input des CC in seine Arbeit bezüglich einer Neuausrichtung des SIG einfliessen lassen und dem Centralcomité wieder berichten.


SIG und VSJF wenden sich gegen die Revision des Asylgesetzes
«Haben wir aus der Vergangenheit nichts gelernt ?»

Der SIG und der VSJF wurden an der Pressekonferenz der Schweizer Flüchtlingshilfe vom SIG Generalsekretär Dennis L. Rhein vertreten. Unter anderem sagte er:

Mit grösster Besorgnis nehmen der Schweizerische Israelitische Gemeindebund SIG und der Verband Schweizerischer Jüdischer Fürsorgen VSJF zur Kenntnis, dass bei Papierlosigkeit gar nicht mehr auf Asylgesuche eingegangen werden solle. Es würde nur noch auf Gesuche eingetreten werden, wenn innerhalb von 48 Stunden Reise- oder Identitätspapiere abgegeben werden oder die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht werden könne. Gerade wer verfolgt wird, kann oft nicht innerhalb von 48 Stunden Reisepapiere vorlegen. Geprägt durch die Geschichte appellieren wir Schweizer Juden an die Parlamentarierinnen und Parlamentarier ihre Rolle als verantwortungsvolle Volksvertreter wahrzunehmen. Wir betrachten es als unsere Pflicht als Bürger dieses Landes alle Verantwortlichen aufzurufen, sich mit der Kritik von Völkerrechts- und Verfassungsexperten ernsthaft auseinander zu setzten, um nicht echt Schutzbedürftigen die humanitäre Hilfe zu verweigern. Das Schicksal der während des Zweiten Weltkrieges an den Grenzen zurück gewiesenen jüdischen und anderen Flüchtlingen darf nicht nach so kurzer Zeit vergessen sein. Wie viele der damaligen Flüchtlinge hatten keine gültigen Papiere? Dass es heute immer wieder solche Situationen gibt, ist leider eine Tatsache die nicht einfach negiert werden kann und auch nicht negiert werden darf. Wir dürfen unsere jüngste Geschichte nicht vergessen! In den Kriegsjahren begann die humanitäre Tragödie an den Schweizer Grenzen mit kleinen, behördlichen Schritten. Deshalb wachen SIG und VSJF als aktiver Teil des zivilgesellschaftlichen, religiösen und humanitären Bündnisses darüber, dass den bereits begonnenen und geplanten völkerrechts- und flüchtlingskonventions- widrigen Verschärfungen im Asylrecht Einhalt geboten wird.


Europäischer Tag der jüdischen Kultur mit Schweizer Beteiligung
Am 5. September 2005 hat in sechs Schweizer Städten der Europäische Tag der Jüdischen Kultur statt gefunden. So wie in 25 weiteren europäischen Ländern öffneten Synagogen, Ritualbäder und jüdische Friedhöfe ihre Pforten und luden ein, jüdische Traditionen kennen zu lernen. An dem vom Jüdischen Museum der Schweiz in Basel, koordinierten Tag wurden Vorträge, Führungen und Konzerte in Basel, Bern, Endingen-Lengnau, Genf, La Chaux-de-Fonds, Lausanne und Zürich durchgeführt.

Seit 1999 wird im Rahmen des Europäischen Tages Jüdischer Kultur einem breiten Publikum jüdische Geschichte und Gegenwart näher gebracht. Erstmals wurde 1996 in Elsass ein Tag der jüdischen Kultur durchgeführt. Die jüdische Vereinigung B'nai B'rith Hirschler in Strassburg zusammen mit dem Tourismusverband Niederrhein veranstalteten einen Tag der offenen Tür, woraus sich die Idee entwickelte, diesen Tag auf ganz Europa auszuweiten. Heute findet der Europäische Tag der Jüdischen Kultur in 26 Länder statt, dieses Jahr neu auch in Griechenland, den Niederlanden, Litauen, Rumänien und Slowenien.


Ordentliche Sitzung SIG - PJLGS
An der letzten ordentlichen Sitzung des SIG mit der PJLGS ging es vor allem darum, eine Auslegeordnung über die Zusammenarbeit in den vergangenen 18 Monaten vorzunehmen.

Dabei wurde festgestellt, dass die Zusammenarbeit zur beiderseitigen Befriedigung verläuft. Zu den Themenkreisen Antisemitismus und Rassismus in der Schweiz besteht ein Konsens zwischen den beiden Organisationen. Zur Haltung der Dachverbände gegenüber Israel, respektive zu diesbezüglichen Stellungnahmen sollen klare Richtlinien festgelegt werden. Die Zusammenarbeit im Projekt "Media Watch" läuft sehr gut. Ausserdem wurden die Modalitäten der finanziellen Beteiligung der PJLGS an den gemeinsamen Aktivitäten mit dem SIG diskutiert.

Der Informationsaustausch soll in Zukunft weiter verbessert werden, ohne dass dabei die Eigenständigkeit des SIG oder der PJLGS eingeschränkt wird.

Die Delegation des SIG an diesen Gesprächen wird durch Sabine Simkhovitch-Dreyfus ergänzt.


Die jüdisch-islamische Gesprächsgruppe traf sich in Bern
Gründung der islamisch-jüdischen Gesprächskommission (IJGK)

Am 8. September wurde in Bern in Anwesenheit von Prof. Dr.Farhad Afschar, dem Präsidenten der KIOS (Koordination Islamischer Organisationen in der Schweiz), und von Prof. Dr. Alfred Donath, dem Präsidenten des SIG, die islamisch-jüdische Gesprächskommission offiziell gegründet. Die Ziele der Kommission sind die Planung von Massnahmen zur Förderung der Beziehungen und des besseren Verständnisses zwischen den jüdischen und islamischen Gemeinden in der Schweiz, sowie bei Bedarf Aufklärung der Öffentlichkeit über gemeinsame religiöse Anliegen der jüdischen und muslimischen Gemeinschaft. Der Kommission gehören je 5 Vertreter beider Religionen an. Die nächste Sitzung wird in der zweiten Herbsthälfte stattfinden, mit dem Ziel, die Arbeitsstrategie festzulegen.


Media Watch - erste Auswertungen Radio und TV
Wie an dieser Stelle schon berichtet, hat die Gruppe Media Watch im Juli dieses Jahres damit begonnen, auch Berichte der News-Sendungen von Radio und Fernsehen DRS zu beobachten. Sowohl im Juli als auch im August war die Berichterstattung geprägt durch den Abzug Israels aus dem Gaza Streifen. Dabei ist festzuhalten, dass sowohl die Berichte im Fernsehen als auch im Radio erfreulich ausgewogen und ausgesprochen fair waren.

Hingegen sind bei Berichten über Terroranschläge und die darauf folgenden Militäraktionen Israels immer noch Einseitigkeiten zu beobachten. Wir werden Sie über die Entwicklung auf dem Laufenden halten.


WM-Qualifikationsmatch Schweiz - Israel in Basel
SIG über Ausschreitungen empört

In einem Brief an Basel United, dem Basler Stadionbetreiber, mit Kopien an die Kantonspolizei sowie an den SFV und die FIFA, gab der SIG seinem Befremden darüber Ausdruck, dass die Sicherheitssituation anscheinend unterschätzt wurde. Sonst wäre es weder zu den rechtsextremen antijüdischen, noch zu den anti-israelischen Aktionen ausserhalb und im Stadion gekommen.

In der Antwort an den SIG verurteilte Basel United die Vorfälle und entschuldigte sich für die mangelnden Sicherheitsvorkehrungen im Stadion. Ausserhalb des Stadions sei aber ausschliesslich die Basler Polizei für die Sicherheit zuständig.


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