SIG ENewsletter 01-06 / 21. Mai 2006

Der SIG reagiert auf Äusserungen des Bundespräsidenten Moritz Leuenberger im TV Sender Al Jazeera.
Der Rat der Religionen ist gegründet
Neuer Jugendleiter im SIG – Jacob Bollag folgt auf Nico Blumenfeld
Hirschfeld, Strauss, Malinsky – Neuerscheinung in der Schriftenreihe des SIG
Der SIG ist gegen eine WJC Klage gegen Isi Leibler
Herzlich willkommen in Winterthur


Der SIG reagiert auf Äusserungen des Bundespräsidenten Moritz Leuenberger im TV Sender Al Jazeera.

Nach den Äusserungen des Bundespräsidenten Moritz Leuenberger zum politischen Umgang mit der Hamas, hat sich der SIG schockiert gezeigt und warf dem Bundespräsidenten in einem persönlichen Brief "Naivität" vor. " Wie viel Zeit wollen sie Hamas noch gewähren, bevor diese Organisation den Staat Israel anerkennt und aufhört, den Terrorismus zu unterstützen?", fragte der SIG.

Bundespräsident Leuenberger zeigte sich erstaunt, dass der Brief an die Medien weitergegeben worden ist. In seiner Antwort erklärte er noch einmal die Position der Schweiz gegenüber der Hamas-Regierung, welche er auch im Interview vertreten hat. Ausserdem hielt er fest, dass er "die Anwendung von Gewalt, insbesondere das Selbstmordattentat vom 16. April aufs Schärfste verurteilt habe, da es keine Rechtfertigung für Terrorakte gegen die Zivilbevölkerung gibt". Auch die Reaktion der Hamas-Regierung auf dieses Attentat habe Bundespräsident Leuenberger klar kritisiert.


Der Rat der Religionen ist gegründet

Nach anderthalbjähriger Vorbereitung ist heute der Rat der Religionen gegründet worden. Dem Rat gehören Spitzenvertreter der Schweizer Landeskirchen, der Juden und der Muslime an. In Bern unterzeichneten sie in einem feierlichen Akt das gemeinsam erarbeitete Mandat. Der Rat der Religionen wird als Dialogplattform zwischen Verantwortlichen der Religionsgemeinschaften sowie als Ansprechpartner für die Bundesbehörden dienen.

Die Gründung des Schweizerischen Rates der Religionen ( Swiss council of religions: SCR) stellt sowohl ein Novum als auch einen Meilenstein dar. Ein Novum für die Schweiz ist das Gremium von seiner Zusammensetzung und seinem Zweck her: von ihren Gremien gewählte und mandatierte Personen aus den Leitungen der Kirchen und Religionsgemeinschaften werden sich regelmässig zum gegenseitigen Austausch treffen. Ein Meilenstein ist die Gründung des SCR, weil sie auf nationaler Ebene für den Prozess der Verständigung und des Dialogs zwischen den Kirchen und Religionsgemeinschaften als Ganzes Vorbildcharakter hat.

Die religiöse Landkarte der Schweiz und die Funktion von Kirchen und Religionsgemeinschaften in der Gesellschaft haben sich stark verändert. Noch vor 30 Jahren bezeichneten sich über 90% der Schweizerinnen und Schweizer als einer der drei christlichen Landeskirchen zugehörig. Dieses Bild hat sich im Zuge von Globalisierung und weltweiter Migrationsbewegungen gewandelt. Die Schweiz ist zu einem Raum geworden, in dem Menschen aus verschiedensten Kulturen und Traditionen mit unterschiedlichen Wertesystemen zusammenleben – eine gemeinsame Herausforderung im Hinblick auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das friedliche Zusammenleben.

Weitere Informationen unter www.sek-feps.ch


Neuer Jugendleiter im SIG – Jacob Bollag folgt auf Nico Blumenfeld

Per Ende April dieses Jahres hat Nico Blumenfeld, der seit Herbst 2003 gemeinsam mit Esther Senecky als Jugendleiter beim SIG tätig war, sein Amt niedergelegt um sich verstärkt seinem Studium zu widmen.

Ersetzt wird Nico Blumenfeld von Jacob Bollag, der schon in mehreren Jugendlagern des SIG mit dabei und als Madrich und letztes Jahr als Rosch-Machane bereits Erfahrungen gesammelt hat. Jacob Bollag hat seine Tätigkeit per 1. Mai 2006 aufgenommen und wird mit Esther Senecky die Jugendleitung des SIG wahrnehmen.


Hirschfeld, Strauss, Malinsky – Neuerscheinung in der Schriftenreihe des SIG

Die Schriftenreihe des SIG – welche Beiträge zur Geschichte und Kultur der Juden in der Schweiz beinhaltet – ist um eine Ausgabe reicher geworden.

Mit dem Buch "Hirschfeld, Strauss, Malinsky" von Sabine Schreiber. Die Autorin berichtet über das jüdische Leben in St. Gallen in den Jahren 1803 – 1933. Das Buch beschreibt die Emanzipationsgeschichte seit der Kantonsgründung 1803. Es schildert die verschiedenen Etappen jüdischer Migration aus Westeuropa und den Vereinigten Staaten und seit der Jahrhundertwende aus Osteuropa nach St. Gallen.

Das reich bebilderte Buch gibt einen tiefen Einblick in ein bisher unbekanntes Stück Stadtgeschichte und öffnet neue Perspektiven auf die Geschichte der jüdischen Gemeinschaft in der Schweiz.

Das Buch ist im Chronos Verlag erschienen und zum Preis von Fr. 48.- in gut sortierten Buchhandlungen erhältlich (ISBN 3-0340-0777-9).


Der SIG ist gegen eine WJC Klage gegen Isi Leibler

In einem Brief an den Präsidenten des World Jewish Congress, Edgar Bronfman, spricht sich der SIG gegen die vom WJC angestrengte Klage gegen Isi Leibler aus und verweigert dem WJC diesbezüglich seine Unterstützung. Der SIG wendet sich klar und deutlich dagegen, dass der WJC gegen die Forderung nach Transparanz mit Klagen reagiert.


Herzlich willkommen in Winterthur

Die 101. Delegiertenversammlung des SIG findet dieses Jahr am 24./25. Mai in Winterthur statt.

Den Auftakt der Delegiertenversammlung am Mittwoch, 24. Mai, bildet der traditionelle Eröffnungsabend im Theater Winterthur am Stadtgarten. Er beginnt um 19.30 Uhr und steht dieses Jahr unter dem Motto der jüdischen Identität.

Der bekannte Pariser Oberrabbiner Gilles Bernheim spricht zum Thema " Die jüdische Antwort zu den Herausforderungen der modernen Gesellschaft" . Anschliessend folgt ein Empfang, der von der Israelitischen Gemeinde Winterthur offeriert wird.

Lassen Sie sich diesen Abend im Kreise von Freunden und Bekannten nicht entgehen. Namensbadges können Sie bei Ihrer Gemeinde bestellten.

Selbstverständlich können Sie auch die Debatten an der ordentlichen Delegiertenversammlung am Donnerstag, ab 09.00 Uhr, verfolgen. So sind Sie aus erster Hand informiert und nehmen Anteil am politischen jüdischen Leben in der Schweiz.

Wir freuen uns auf Sie!

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